Kranzniederlegung an der Gedenkstelle in Poing

Die Gruppe Ebersberg hat es sich trotz Corona nicht nehmen lassen, an der Gedenkstelle für die Opfer eines Evakuierungstransport aus der KZ-Außenstelle Mühldorf eine Blumenschale aufzustellen. Die sonst jährlich dort stattfindende Gedenkfeier war abgesagt worden.

Zum Hintergrund hier eine Information von https://www.auschwitz.info/de/gedenken/gedenken-2015-70-jahre-befreiung/die-todesmaersche/von-dachau-muehldorf-nach-poing-und-seeshaupt.html: Das Konzentrationslager Mühldorf war ein kleines Außenlager von Dachau. Kurz vor Ende des Krieges befanden sich dort etwas mehr als fünftausend Häftlinge, die meisten von ihnen waren ungarische Juden und zuvor in Auschwitz inhaftiert gewesen.Am 25. April 1945 wurden 3 600 Häftlinge in einen Zug verladen, eine vertraute Situation für viele von ihnen…
Immer wieder hielt der Zug für längere Zeit an. Für die Häftlinge war es nicht nachzuvollziehen, warum es nicht weiterging, warum alles so langsam voranging. Nach zwei Tagen erreichte der Zug schließlich Poing. Da hatte er eine Strecke von gerade einmal sechzig Kilometern zurückgelegt. In Poing geschah etwas Unerwartetes. Die Wachmannschaften erhielten die Nachricht, der Krieg sei vorbei. Es war eine Falschmeldung, die wahrscheinlich von der Freiheitsaktion Bayern verbreitet worden war. „Auf einmal hieß es, dass der Krieg  zu Ende sei und dass wir frei wären. Ich habe gesehen, dass einige der Wachmannschaften ihre Gewehre wegwarfen und davonliefen. Daraufhin machte sich auch ein Teil der Häftlinge selbstständig. Sie liefen vom Zug weg, wahllos nach allen Richtungen“, so der ehemalige Häftling Baer. Nach und nach verließen die Häftlinge den Zug. Zuerst brachen sie den Lebensmittelwaggon auf. Dann suchten sie ihr Heil in der Flucht. Einige konnten sich bei Bewohnern der Umgebung bis zum tatsächlichen Kriegsende verstecken. Inzwischen aber war klar geworden, dass der Krieg keineswegs zu Ende war. Sowohl eine SS- wie auch eine Luftwaffeneinheit machten sich mit Zivilisten aus dem Ort auf den Weg, um die verstreuten Häftlinge wieder einzufangen. Dann kam es zu dem Ereignis, das als „Massaker von Poing“ in die Geschichte eingegangen ist: Die Soldaten trieben die Häftlinge mit Schüssen in den Zug zurück.  Fünfzig wurden erschossen, mindestens zweihundert verletzt.„ Mit aufgepflanztem Gewehr trieben sie uns gruppenweise zusammen und jagten uns zu unseren Waggons zurück. Auf dem ganzen Weg vom Dorf Poing bis zum Bahnhof lagen unsere toten und verwundeten Kameraden, die bei dieser Hetzjagd auf der Strecke geblieben waren“, erinnert sich ein Zeuge.