DKP Penzberg - Aktuelles

Auf den Spuren der slowenischen Partisanen – ein Reisebericht 2015

Auf den Spuren der slowenischen Partisanen – ein Reisebericht 2015

Auch heuer, gut passend zum 70. Jahrestag der Befreiung, gab es wieder eine Fahrt zu den Gedenkstätten des Kärntner und des slowenischen Widerstandes gegen die Nazibesatzer.
Mit dabei 23 Kolleginnen und Kollegen aus Gewerkschaft, VVN, Freidenker, der Linken und DKP unter der bewährten Leitung von Gen. Ernest Kaltenegger (KPÖ, Graz).
Erste Station war der Partisanenbunker an der Arihwand bei St. Jakob im Rosental. Hier informierte uns – dieses Jahr leider nur per Leinwand – der heute 90-jährige Ston über die schwierigen
Kampfbedingungen der Partisanen und über den Hinterhalt der Faschisten, denen nur er und zwei weitere Genossen entkommen konnten. Bereits als 16-Jähriger hatte er sich den Partisanen
angeschlossen.
Unsere zweite Station war der Persmanhof bei Bad Eisenkappel, heute ein sehr informatives Museum, das insbesondere dem Widerstand der slowenischen Volksgruppe in Kärnten gewidmet
ist. Hier hatte die SS noch am 25. April 1945 elf Menschen, darunter sieben Kinder ermordet und den Bauernhof in Brand gesetzt.
Unsere dritte Station führte uns dann in das Bergdorf Drazgose, in dem ein eindrucksvolles Denkmal an die erste große militärische Auseinandersetzung der Partisanen mit der Wehrmacht im Januar 1943 erinnert. Als Vergeltung brannten die Besatzer das Dorf nieder, erschossen 41 Einwohner und vertrieben die restlichen Bewohner. Alljährlich gedenken hier im Januar Tausende von Slowenen dieses Geschehens.
Unser nächster Besuch galt dem Partisanenkrankenhaus Franja, tief in einer Schlucht gelegen. Es diente ab Dezember 1943 der Behandlung verwundeter Partisanen und war von den Faschisten
nie entdeckt worden.
Weiter ging es mit der Besichtigung der Partisanendruckerei Slovenija, in der ab Sept. 1944 unter schwierigsten Bedingungen die Tageszeitung (!) Partizanskidnevnik erschien. Die Druckmaschine
ist bis heute voll funktionsfähig und als Geschenk erhielten wir ein Exemplar, das zum 70. Jahrestags der Befreiung in einer Auflage von 1000 Stück auf eben dieser Druckmaschine gefertigt worden
war.
Ein anderer Teil der Gruppe informierte sich derweil in Idrija in der Burg Gewerkenegg bzw. im aufgelassenen Bergwerk über Geschichte, Kultur und vor allem über den bis in die 60-er Jahr
dort betriebenen Quecksilberabbau mit all seinen dramatischen Folgen.
Am letzten Tag unserer Reise ging es zuerst auf den Berg Sabotin, hoch oberhalb der Soca/Isonzo bei Nova Gorica gelegen, mit traumhaftem Rundumblick zu den Karpaten, zum Karst bis hin zum
Mittelmeer. Hier tobte der erste Weltkrieg mit all seinen Grausamkeiten und forderte gerade hier zehntausende von Toten auf beiden Seiten. Ein militärhistorisches Museum, Schützengräben, Kavernen u. a. zeugen vom Irrsinn des Krieges und davon, was der Imperialismus mit sich
bringt - wenn wir ihn nicht in die Schranken weisen.
Unsere vorletzte Station war schließlich das bei Komen im Karst gelegene Denkmal, das an den Kampf der Partisanen mit einer deutsch-italienischen Einheit im Februar 1944 erinnert.
Besonders beeindruckend für uns war, dass Franc uns von den Geschehnissen und der blutigen Rache der Faschisten berichtete. Er selbst war damals als Folge dieser Aktion im Alter von wenigen
Monaten mit seiner Mutter ins KZ nach Dachau verschleppt worden.
Abschluß unserer Tour war schließlich ein in einsamer Karstlandschaft beim Dorf Lipi gelegenes Denkmal, wo sich zwei große Felssäulen mahnend in den Himmel strecken, dazwischen zusammengeschweißte Waffen. Sie mahnen: Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus.
Auch in Slowenien versuchen nationalistische und antikommunistische Kräfte die Leistungen des antifaschistischen Widerstands zu leugnen oder gar zu verleumden, insbesondere den großen
Anteil der Kommunisten an der erfolgreichen Befreiung Jugoslawiens. Bisher ist diese Rechnung noch nicht aufgegangen. Davon zeugen auch die zahlreichen, gut gepflegten und viel besuchten
Gedenkstätten in ganz Slowenien. Die Besuche ausländischer Gruppen sind ein nicht zu  unterschätzender Teil des Kampfes zum Erhalt und zur Würdigung des antifaschistischen Widerstandes.


Unsere nächste Tour: voraussichtlich 15. - 19. Mai 2016.
Näheres im Rundbrief im Januar 2016.

Girgl Frieser


4 Buchempfehlungen:
Bogdan Mohar (Ston): Luna
Maja Haderlap: Vergessene Engel
Anton Haderlap: Graparji.
So haben wir gelebt
Peter Kuhar: Widerständig

DER NSU-PROZESS IN MÜNCHEN

Anlässlich des 70. Jahrestages der Penzberger Mordnacht laden die VVN/Bund der Antifaschisten Oberland und der DGB Kreisverband Weilheim-Garmisch ein. Referent: Robert Andreasch von der Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München e. V. (a.i.d.a.) Freitag, 15. Mai 2015, 18.00 Uhr Restaurant Glück Auf, Straße des 28. April 1945, Penzberg Über drei Jahre sind vergangen, seit sich der „Nationalsozialistische Untergrund" (NSU) im November 2011 selbst enttarnte. Antifaschist_innen, Journalist_innen und Politiker_innen in Untersuchungsausschüssen versuchten seither, mehr Erkenntnisse zu gewinnen: was der NSU denn gewesen ist, wer ihm zugerechnet werden muss und wer alles zu den Unterstützer_innen zählt. Eine Menge Fragen haben sich seither aufgetan: zum Rechtsterrorismus, zum institutionellen Rassismus in den Ermittlungsbehörden, zum gesellschaftlichen Rassismus (der verhinderte, dass sich mehr Menschen mit den Angehörigen der Opfer solidarisiert oder kritisch nachgefragt hätten), zu den Verstrickungen von Polizei und Inlandsgeheimdiensten mit der Neonaziszene u. v. a. Seit über eineinhalb Jahren läuft am Oberlandesgericht München der Prozess gegen Beate Zschäpe und vier Unterstützer des NSU. 500 Zeug_innen und Sachverständige wurden bisher gehört. Doch welche Aufklärung kann so ein Strafprozess überhaupt leisten? Wo steht der Prozess heute? Welche Rolle spielen der Senat, die Bundesanwaltschaft, die Verteidiger_innen der Angeklagten? Kann sich die Ansicht der Bundesanwaltschaft, der NSU sei ein isoliert mordendes Killer-"Trio" gewesen, durchsetzen? Schaffen es die Nebenklagevertreter_innen, die Bedeutung lokaler und terroristischer Neonaziszenen, Rassismus und das Verhalten und Verschweigen der Inlandsgeheimdienste zu thematisieren? Robert Andreasch arbeitet seit fünfzehn Jahren als Fachjournalist über die extreme Rechte in Süddeutschland. Für die „Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München" (a.i.d.a. e. V.) und die bundesweite Initiative „NSU-watch" beobachtet er die Verhandlungstage im ersten „NSU-Prozess" vor dem Münchner OLG.

Stille Gedenkfeier / Lieder & Texte zum "28. April 1945"

Die Stadt Penzberg gedenkt der sechzehn Penzberger Antifaschistinnen und Antifaschisten,
die dem faschistischen Terror am 28. April 1945 zum Opfer gefallen sind:

Montag, 28.04.2014 Beginn: ab 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr

Am 28. April 2014 jährt sich zum 69. Male der Tag, an dem 16 Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt ihr Leben für die Freiheit ihrer geliebten Heimat opferten.

Zur mahnenden Erinnerung an die dramatischen und grauenvollen Geschehnisse hält die Stadt Penzberg

am Montag, den 28. April 2013, um 18.00 Uhr

auf dem städtischen Friedhof eine stille Gedenkfeier ab. Den musikalischen Rahmen dieser Gedenkveranstaltung gestaltet das Bläserquartett der Stadt- und Bergknappenkapelle Penzberg.


Im Anschluss an die Gedenkfeier lädt die Musikschule der Stadt Penzberg um 18:30 Uhr in die Aula der Heinrich-Campendonk-Realschule ein. Wie bereits in den vergangenen Jahren gestalten die Musikfreunde Penzberg und Umgebung e.V. zusammen mit Schülern der Musikschule der Stadt Penzberg ein Konzert mit musikalischen Beiträgen und Texten zum Thema Rassismus und Gewalt.

„Ich hatte keine Zeit für Angst"
Maria Seidenberger - Eine couragierte junge Frau
Kurzvortrag und Hörbilder von Frau Sybille Krafft

Eintritt frei - Spenden erbeten
für das Projekt: Aufbau einer Gedenkstätte zum Lager Föhrenwald

Die Bevölkerung wird hierzu eingeladen und um Teilnahme gebeten.


Veranstaltungsort
Friedhof Penzberg, Ehrengräber & Aula Heinrich-Campendonk-Realschule, Seeshaupter- / & Karlstr. 36, 82377 Penzberg

Text aus dem Veranstaltungskalener der Stadt Penzberg


21.4. Penzberg: “Ostermarsch Draußen” - Zur Drohnenfabrik in Penzberg

Es geht nach Penzberg zur Firma EMT (dort werden die LUNA-Drohnen entwickelt und gefertigt, die zuhauf in Afghanistan im Einsatz waren) und weiter nach Benediktbeuren - durch wunderbare Landschaft mit Bergblick - in guter Tradition des "Ostermarsch Draußen".

Vielseitig, taktisch, international, kriegstüchtig spionieren Drohnen aus Penzberg für Militär und Polizei. Wir gehen zur Zentrale der Firma EMT in Penzberg – anschließend die traditionelle familienfreundliche Wanderung auf einer ausgesucht schönen Strecke, mit Blick auf die Berge, zur Loisach und über den Filz (Hochmoor mit Lehrpfad) zum Kloster Benediktbeuren.

Treffpunkt in München am Ostermontag, 21. April 2013, 10:45 Uhr Starnberger Flügelbahnhof – Zug nach Penzberg, dort 12:00 Uhr Begrüßung.

Weitere Informationen Tel. 089/181239, oder www.bifa-muenchen.de
Münchner Bürgerinitiative für Frieden und Abrüstung (BIFA)

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