DKP Allgäu - Aktuelles

In Kempten soll Militärjustiz etabliert werden

In Kempten soll Militärjustiz etabliert werden

Seit einiger Zeit sind in Regierung, Bundestag und Bundesrat Vorbereitungen im Gange, in Kempten eine gesonderte Gerichtsbarkeit zu etablieren, die für Straftaten von Bundeswehrangehörigen im Ausland zuständig sein soll. War schon die Errichtung der Bundeswehr an sich ein Affront gegen die „Väter des Grundgesetzes“ und der Politik der ersten Nachkriegsjahre, so scheute man vor der Errichtung einer Militärgerichtsbarkeit auf Grund der schrecklichen Erfahrungen in der Vergangenheit doch zurück  (siehe hierzu die diversen Artikel zu Willy Wirthgen auf dieser Seite).

Nunmehr fanden die ersten parlamentarischen Routineschritte zur Errichtung einer zentralen Gerichtsbarkeit in Kempten statt, die „Straftaten“ von deutschen Militärangehörigen im Ausland aburteilen soll. Zu solchen zählen nicht nur Verstöße gegen das Strafgesetz und andere, sondern insbesondere auch Verstöße gegen das Wehrstrafgesetz wie Befehlsverweigerung, Desertion, Feigheit vor dem Feind usw. Im Gegensatz zu bisher ganz bewusst geübten Gepflogenheiten sollen solche Rechtsverstöße künftig zentral in Kempten abgeurteilt werden (nachdem man in Leipzig die heisse Kartoffel eher fallen gelassen hatte.)

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GBW-Mieter in Gefahr

GBW-Mieter in Gefahr

In München demonstrierten dieser Tage Mieter der Landesbanktochter GBW für den Erhalt ihrer Wohnungen. Gemäß einem EU-Beschluß muß die Bayerische Landesbank im Gefolge der seit 2008 evident gewordenen Fehlspekulationen 32.000 Wohnungen in Bayern verkaufen. Bayerns Finanzminister Söder räumt den Mietern lediglich eine juristisch unverbindliche soziale Absichtserklärung in Sachen Mietsicherheit zwischen 5 und 10 Jahren ein.

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Französische Überlebende des Außenlagers des KZ Dachau am Jahrestag der Befreiung in Kempten

Auch in diesem Jahr - 1999 zum ersten Mal - kamen französische Überlebende des Außenlagers des KZ Dachau in Kempten-Kottern anläßlich des Jahrestages der Befreiung nach Kempten. Vom 1. August 1944 bis Mai 1945 waren die heutigen Mitglieder der "Amicale des anciens de Kempten-Kottern" u.a. auch in der Kemptener Tierzuchthalle (heute "Allgäuhalle") untergebracht. Sie mußten vorwiegend in den hiesigen Textilbetrieben für Zulieferungen für die Rüstung, z. B. für Messerschmitt in Augsburg, arbeiten. Zusammen mit dem 2. Bürgermeister Josef Mayr legten sie an der Gedenktafel an der Allgäuhalle Blumen nieder.

Willy Wirthgen - weitere Erkenntnisse

Willy Wirthgen - weitere Erkenntnisse

Nach zwischenzeitlicher Einsichtnahme in Dokumente der Konzentrationslager Dachau und Buchenwald kann in Ergänzung zum bislang auf dieser Homepage Dargestellten mitgeteilt werden:

Willy Wirthgen wurde am 3.5.1933 zusammen mit Max Holy und Fritz Dressel, Joseph Hirsch, den Brüdern Ram und anderen (siehe hierzu Hans Beimler "Im Mörderlager Dachau") aus dem Münchner Polizeigefängnis ins KZ Dachau überstellt, wo er bis zum Antritt seiner Zuchthausstrafe nach Verurteilung des OLG München im Dezember 1933 verblieb. In einem Schriftstück wird er bezeichnet als "der führende Kopf der Kommunisten des Allgäus.Bei ihm handelt es sich um einen besonders gefährlichen Kommunisten".

Bislang war ja unklar, wo er sich nach seiner Abmeldung aus Kempten im Jahre 1936 (siehe Artikel in der "Allgäuer Zeitung" vom 11.8.2010) aufhielt. Nun stellt sich heraus, daß er am 10.9.1939 im Rahmen der "Aktion 1.9." (mit dem Überfall auf Polen und damit Kriegsbeginn wurden viele bereits früher in KZ's und Gefängnissen Inhaftierte erneut in die KZ's eingeliefert) von seinem Wohnort in Sonthofen, Winkel Nr.16, auf Veranlassung der Stapo Augsburg nach Buchenwald gebracht wurde. In den Unterlagen von Buchenwald ist er als "wehrunwürdig" gestempelt. Seine Einziehung zur Wehrmacht im Dezember 1940 dürfte jedoch nicht ungewöhnlich gewesen sein, da mit zunehmendem "Personalbedarf" der Wehrmacht solches oft rückgängig gemacht wurde.

Somit ergibt sich nun folgende aktualisierte Biografie: (siehe Anhang)

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