DKP Allgäu - Aktuelles

Mein Leben mit Flüchtlingen und „Displaced Persons“

Mein Leben mit Flüchtlingen und „Displaced Persons“

Kurt Wirth

31.1.2016 - Bei meiner Geburt 1944 war mein Vater „im Felde" und dann in Gefangenschaft. Mit meiner Mutter wohnte ich bei deren Eltern in einer Kemptener „Herberge" (eine Form von Eigentumswohnung), dabei war auch noch die Schwester meiner Mutter. Die bekam unverhofft 1946 einen Sohn von einem freigelassenen russischen Zwangsarbeiter (Displaced Person Nr.1) Der zog sang- und klanglos weiter in die USA. Ebenfalls 1946 kam mein Vater aus US-Gefangenschaft zurück und es wurde doch arg eng in der „Herberge". Vor allem, als auch nach 9 Monaten im Frühjahr 1947 meine Schwester zur Welt kam. Im Rahmen der damaligen „Wohnungszwangsbewirtschaftung" wurde dann meinem Vater vorgeschlagen, dass er die Wohnung meines Großvaters, die Herberge, übernehmen könne und dieser da raus müsse, da er in der SA war und mein Vater, der von 1933-1935 im KZ Dachau und somit politisch Verfolgter war, die Wohnung haben könne. Mein Vater lehnte dankend ab und einige Zeit später bekamen wir eine Wohnung zugewiesen, 4 Zimmer, 1 Küche und eine Toillette (Bad gabs damals sowieso nur sehr selten). Diese bezog unsere 4-köpfige Familie zusammen mit einer 8-köpfigen Familie, die gerade aus dem Sudetenland eingetroffen war. (Displaced Persons Nr.2). Morgens herrschte da starker Andrang vor der Toillette. Für uns Kinder allseits eine herrliche Zeit. Sozusagen den Kindergarten in der Wohnung. Man hatte immer Spielkameraden und jemand zum Streiten. Und vor allem konnte man, wenn man ein trauriges Gesicht machte, mit etwas Glück zweimal essen. In jeder Familie einmal. 1947 kam auch noch der älteste Sohn der Flüchtlingsfamilie, aus der Gefangenschaft zurückkehrend, hinzu. Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals zu irgendwelchen Streitigkeiten in dieser Wohngemeinschaft gekommen wäre. Der Ernährer der Flüchtlingsfamilie, sozialdemokratisch gesinnt, und mein Vater, Kommunist, gingen jeden Tag malochen und waren sich beide bewusst, wie es dazu gekommen war.

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Gedenktafel für den Antifaschisten, Gewerkschafter und Kommunisten Willy Wirthgen in Kempten

Gedenktafel für den Antifaschisten, Gewerkschafter und Kommunisten Willy Wirthgen in Kempten

1.12.2015- Am Samstag, 28.11.15, wurde in Kempten auf Initiative des Vereins "Stolpersteine Kempten und Umgebung" an dem Hause Hohe Gasse 19 eine Gedenktafel für den Antifaschisten, Gewerkschafter und Kommunisten Willy Wirthgen enthüllt. Der Akt wurde moderiert von Martin Huss vom Verein Stolpersteine, die Hauptrede hielt der Historiker Dr.Dieter Weber, Grussworte sprachen 2.Bürgermeisterin Sybille Knott und Stadtheimatpfleger Tilman Ritter. Die Enthüllung nahmen Christiane Jansen (Hausmitbesitzerin) und Bürgermeisterin Knott vor.

Begleitende Worte zur Enthüllung sprach Dietmar Jansen (Hausmitbesitzer und 1.Bevollmächtigter der IG Metall Allgäu). Unter den 60-70 Gästen befanden sich u.a. ver.di Bezirksgeschäftsführer Werner Röll, Telekom-Betriebsratsvorsitzender Peter Höflinger und der Heimathistoriker Markus Naumann, der Verdienste um die Erforschung der KZ-Aussenlager im Allgäu und der Geschichte der Allgäuer Zwangsarbeiter hat.

Die Hauptrede behandelte überwiegend die Erforschung und Aufarbeitung der Biografie Willy Wirthgens. Im Jahre 2010 wurde vor demselben Haus ein Stolperstein verlegt, auf Grund sehr weniger und mangelhafter Informationen. Ein aufgefundener Artikel aus "Der Allgäuer" aus dem Jahr 1947, damals die einzige Zeitung in Kempten und Umgebung, suggerierte, daß Willy Wirthgen im KZ Dachau oder auf einem der Todesmärsche ums Leben gekommen ist.

Vage Erinnerungen aus dem Kreis Kemptener Kommunisten besagten jedoch: er kam aus dem KZ doch noch zur Wehrmacht und wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet. Mehr war nicht mehr bekannt. Mit viel Hick-Hack und auch Zufälligkeiten (z.B. entdeckte der Verf. dieser Zeilen im Jahre 2011 Willy Wirthgen plötzlich in einem eher rechtslastigen Kriegsgefallenenportal als bestattet im deutschen Kriegsgräberfriedhof in Bourdon bei Amiens) wurde die Biografie aber inzwischen weitgehend aufgeklärt:

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Kemptener Mieter wehren sich hartnäckig

16.11.2015 - Im Jahre 2001 verscherbelte die Deutsche Bahn AG fast überall in Deutschland die ihr direkt und indirekt gehörenden Wohnungen. Die meisten davon an die Deutsche Annington, die seit kurzem Vonovia heißt. So auch in Kempten 400 an der Zahl, die meisten in der Uhlandstrasse.

Nach ein paar Jahren machten sich Renovierungsstau, Abrechnungsschlampereien, Überteuerungen und andere Mängel bemerkbar, die sich seit 2006 immer mal wieder in der örtlichen Presse, wie „Allgäuer Zeitung“ und „Kreisbote“ niederschlugen.

Im Jahre 2006 waren in der Uhlandstrasse in Kempten-St.Mang laut einer Umfrage im Zusammenhang mit dem Projekt „Soziale Stadt“ nur 3% der Mieter zufrieden mit ihrer Wohnsituation. Im Jahre 2007 versprach die Annington nach Beschwerden über verrottete Fenster, blätternde Farbe, Schimmel, Ratten und abfallenden Putz, dass Sanierungen anlaufen würden. Es geschah jedoch nichts. 2009 kochte die Wut der Mieter hoch über unbegründete Nachforderungen, falsche Nebenkostenabrechnungen und undurchsichtige Mahnungen. 2010 gab es ein Treffen von Mieterbund Kempten und Deutsche Annington wegen maroder Fenster und dem allgemein schlechten Zustand. Auch hier gab es wieder wohltönende Versprechungen der Annington. Für die Mieter selbst bestand stets das grosse Problem, dass es örtlich keinen Ansprechpartner gab, und in der Zentrale in Bochum erging es ihnen wie dem „Buchbinder Wanninger“ von Karl Valentin: man lief ins Leere. 2011 drohte die Annington vielen Mietern in der Uhlandstrasse die fristlose Kündigung an, nachdem es Diskussionen um Zurückhaltung von Mietzahlungen bei Mieterhöhungen wegen „Modernisierungen“ gab, welche jedoch laut Mieterverein allenfalls Instandhaltung der Wohnungen in einem erbärmlichen Zustand waren. Die Annington entschuldigte sich nach einiger Zeit für den auch nach ihren Worten peinlichen Fehler. Dennoch waren schon damals 250 bis 300 Prozesse beim Kemptener Gericht anhängig, auch wegen falscher Abrechnungen und überhöhter Winterdienstrechnungen.

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Viehscheid im Allgäu

Viehscheid im Allgäu

19.9.2015 - Zur Zeit sind die regionalen Medien im Interesse der Tourismusindustrie voll von Ankündigungen über die Viehscheidtermine da und dort. Aufgerufen wird zur Prämierung des schönsten Kranzrindes beim Almabtrieb (genau heißt es im alemannischen Allgäu Alpabtrieb). Strassensperrungen sind wegen der abwärts ziehenden Schumpen (Jungvieh) an der Tagesordnung. Etwa 30.000 Tiere waren diesen Sommer wiederum in der gesunden Höhenluft. Die EU-Instanzen subventionieren die Kur für jedes Stück Vieh mit einem bestimmten Betrag. Die Lebensmilchleistung soll bei derart gesömmerten Tieren (überwiegend ist es noch nicht geschlechtsreifes und nicht milchlieferndes Jungvieh) höher sein.

Doch unter den Allgäuer Milchbauern gärt es. Wie schon vor einigen Wochen in München, machten sich dieser Tage mehrere hundert von ihnen Luft mit Höllenlärm von Traktoren, Sirenen und Kuhschellen beim „Grünen Tisch“ in Sonthofen. Bundes- und Landtagsabgeordnete der CSU aus dem Allgäu hatten eingeladen zur Diskussion über den „Milchpreisverfall“ (weniger für die Verbraucher, mehr für die Milchbauern). Neben Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (der ja in der Vergangenheit mehr dadurch hervortrat, beim alljährlichen Gebirgsjägertreffen am Hohen Brendten bei Mittenwald als Verteidigungsstaatssekretär die „Traditionspflege“ der Bundeswehr und ihrer alten Kameraden zu betreiben) war auch Bundes-Entwicklungsminister Gerd Müller, auch im Allgäu zu Hause, dabei. Die ebenfalls eingeladenen Vertreter der Handelsriesen glänzten durch Abwesenheit, mit Ausnahme des Vertriebschefs von Rewe, Edmund Pillekamp.

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