Zum Karikaturenstreit in der DKP

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Beschluss des Bezirksvorstandes der DKP Südbayern am 30.9.2016

Bernd Bücking stellt mit seinen fünf Karikaturen, die beim Pressefest im dem Dorf des Widerstands auf die ihm eigene künstlerische Weise Fragen, die seit Jahren in der DKP kontrovers diskutiert werden.

Bernd fragt z.B. nach der Sinnhaftigkeit einer DKP-Kandidatur bei den Bundestagswahlen, nach dem Austritt der DKP aus der EL, nach Problemen unserer Bündnispolitik und nach der Geschichte unserer Bewegung.

Karikaturen leben, wie die Satire, von der Zuspitzung, auch mal von der Überspitzung.

Jetzt hat die UZ die jahrelange Zusammenarbeit mit ihm eingestellt. Seine Karikaturen seien jetzt den UZ-Lesern nicht mehr zumutbar, teilte ihm der neue Chefredakteur der UZ mit.

Zu oft schon in unserer Geschichte haben Parteivorstände und -apparate über Künstler und deren Kunst per Mehrheitsbeschluss geurteilt. Mit schlimmen Folgen.

Als KommunistInnen schreiben wir uns auf die Fahnen, alles Fortschrittliche zu bewahren und zu verteidigen. Dazu gehört auch die Freiheit der Kunst, die wir z.B. einfordern, wenn eine türkische Musikgruppe hier nicht auftreten darf oder ein kurdisches Kulturfestival torpediert wird. Auf die bürgerlich-demokratischen Rechte und ihre Verteidigung haben Kommunist*innen oft zu wenig Wert gelegt, gerade vor 1933, aber auch danach. Dem haben wir uns nach 1990 in langen und oft schmerzlichen Diskussionen gestellt. Und deshalb geht es jetzt darum , dass Lehren und Erkenntnisse aus unserer Geschichte von uns nicht ignoriert werden.

Wir kennen Bernd nicht nur als politischen Karikaturisten, sondern auch als einen, der seit über 50 Jahren offen als Kommunist auftritt, in der politischen Linken weit über die Partei hinaus nicht nur mit seinen Zeichnungen das Gesicht der DKP ist.

Die Aufkündigung der Zusammenarbeit mit Bernd ist ein Armutszeugnis für die Diskussionskultur in der DKP und offensichtlich die Vorgabe für künftiges Verfahren mit Meinungsverschiedenheiten.

Es sind nicht Bernd´s Karis, die der Partei nicht mehr zuzumuten sind, sondern das administrative Vorgehen gegen kritische Fragen und Meinungsverschiedenheiten durch die UZ-Redaktion ist eine Zumutung für die LeserInnen der UZ.

Bernds Karikaturen

 

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