Frauenrechte – niemals geschenkt! Immer erkämpft!

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frauentag dkpmuenchendeDas der Kampf um Gleichberechtigung noch lange nicht gewonnen ist, zeigt sich im geringeren Lebensverdienst von Frauen gegenüber Männern. In Deutschland beträgt dieser Unterschied 22%. Ohne die Ausbeutung der Frau, z.B. im Niedriglohnjobs oder in der Sorgearbeit wäre der Kapitalismus in der jetzigen Form nicht aufrecht zu erhalten.

Unbezahlte Reproduktionsarbeit ist nach wie vor mehrheitlich Frauensache, ebenso wie die (unter)bezahlte Sorgearbeit. Der Verdienst der Frau wird immer noch häufig als Zuverdienst gesehen, die steuerliche Begünstigung ungleicher Einkommen durch das Ehegattensplitting fördert dies zusätzlich. Fehlenden Kindergartenplätze und Betreuungseinrichtungen machen es Frauen schwer, berufstätig zu bleiben, gerade im Bereich der Pflege, wo Schichtdienste oft nicht mit der Betreuung der Kinder zusammen passen. Als Folge arbeiten sie häufig in unfreiwilliger Teilzeit und Minijobs und bauen damit auch keine eigenen Rentenansprüche auf. Damit sind Frauen deutlich häufiger von Armut und Altersarmut betroffen als Männer.

Lange waren die Arbeitsplätze in der Sorgearbeit überwiegend im Öffentlichen Dienst und in die dort geltenden  relativ guten Tarifverträge eingegliedert.  Bis zum Jahr 1985 war es Krankenhäusern verboten, Gewinne zu erwirtschaften. In den letzten Jahren wurden diese Bereiche zunehmend privatisiert und macht inzwischen einen gewaltigen Geschäftsbereich aus. Um die Gewinne zu steigern, wurde Personal abgebaut und die Arbeit verdichtet. Immer mehr Tätigkeiten wurden outgesourced und dann unterhalb der bestehenden Tarifverträge bezahlt. Wenn dagegen gestreikt wird, kommt die moralische Keule: Darunter leiden doch nur die Patienten! Wenn das Band in der Fabrik steht, ist klar, das kostet Geld. Um es wieder zum Laufen zu bringen, werden höhere Löhne bezahlt. Wenn Krankenschwestern streiken, wird erst einmal an ihr Gewissen appelliert.  

Wo nach kapitalistischem Denken betriebener Personalabbau und die folgende Überlastung eine sinnvolle und gesundheitsfördernde Pflege unmöglich macht, kann man nur noch durch Streik klar machen, dass das Gesundheitswesen dem Menschen dienen soll und nicht dem Profit.

Wir fordern daher:

  • Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit (gemessen an Ausbildung und Belastung, nicht am erwirtschafteten Profit)
  • Bessere Personalbemessung und Regelungen zum Belastungsausgleich in der Pflege
  • Kinderbetreuung passend zur Arbeitszeit, Arbeitszeit passend zur Kinderbetreuung

 

 

Fakten Frauenlöhne

  • Der durchschnittliche Stundenlohn von Frauen liegt in Deutschland 22% unter dem männlicher Kollegen. In der EU ist dieser Unterschied nur in Tschechien (22,5%) und Estland (26,9%) höher.
  • Dieser Unterschied wird zum größten Teil verursacht durch die schlechtere Bezahlung in Branchen, in denen überwiegend Frauen arbeiten. Bereinigt auf den gleichen Beruf und die gleiche Arbeitszeit beträgt der Unterschied „nur“ noch 6%.
  • 96 % der Berufsrückkehrenden, die ihre Berufstätigkeit für Sorgearbeit unterbrochen haben, sind Frauen. Häufig landen sie in prekären Arbeitsverhältnissen oder   der Teilzeitfalle.
  • Nur 27 % der Frauen mit Kindern unter 6 Jahren arbeiten in Vollzeit, dafür 96 % der Männer.

Fakten Gesundheitswesen

  • Von 1995 bis 2015 wurden 30.300 Pflegekräfte abgebaut.
  • 162.000 fehlenden Vollzeitstellen
  • Der Gewinn der vier größten Krankenhauskonzerne ( Fresenius-Helios, Asklepios, Sana und Röhn) betrug 2017 ca. 1 Milliarde Euro.
 
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